Eine Beschreibung des darscheider Wappens finden sie unter 'Kultur'
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Geschichte und Chronik von Darscheid

In der Pfarr- und Schulchronik Darscheids ist über die Entstehung der Dörfer an der Alfbachquelle Folgendes aufgeschrieben: In alter Zeit kamen aus fernen Landen drei Brüder. In der Gegend, wo die Alf entspringt, blieben sie stehen und schauten in das schöne Alftal. Sie beschlossen sich anzusiedeln und teilten das Land unter sich auf: “Hier ist ein Scheid, da ist ein Scheid und unten ist für alle ein Scheid.” So entstanden drei Höfe; daraus wurden drei Dörfer: Hörscheid, Darscheid, Allscheid.

Im 7. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Kelten als Viehzüchter die Eifel. Es ist anzunehmen, dass sie sich auch in der Umgebung von Darscheid ansiedelten. Hiervon zeugen Hügelgräber im Lehwald, die in den Jahren 1887 und 1888 von Prof. Dr. Hettner vom Provinzial-Museum-Trier geöffnet wurden. Die Funde (z.B. ohne Töpferscheibe hergestellte Urnen, Bronze-, Arm- und Halsringe, Lanzen und Pfeilspitzen), genau beschrieben und abgebildet von Dr. Lehner in “Vorgeschichtliche Grabhügel in der Eifel und im Hunsrück”, lassen klar erkennen, dass die Gräber aus der frühen Eisenzeit, der Hallstattzeit (halb Bronze, halb Eisen), stammen. Die Herrschaft der Kelten dauerte bis weit ins Altertum hinein. Erst den Römern gelang es, die Kelten mit List und Gewalt zu unterwerfen. Julius Cäsar stand 55 v. Chr. am Rhein. Ihre 400-jährige Herrschaft hat auch in Darscheid Spuren hinterlassen.

Das heute so schmucke Dorf war einst ein armes Heidedorf, wie es so viele gab in der Bergwelt der vulkanischen Eifel.
Ortseingang
Ortseingang Darscheid aus Richtung Steiningen um 1920
(klicken sie auf das Bild um es zu vergrößern)
Strohgedeckte Fachwerkhäuser scharten sich um eine Kapelle aus dem 14. Jh. (Darscheid wurde 1354 erstmalig beurkundet). In dieser Zeit gehörte Darscheid zu der Herrschaft der Grafen von Daun, nach deren Aussterben 1420 folgten die späteren Grafen von Manderscheid. Es waren Jahrzehnte der Leibeigenschaft, Frohndienste und wirtschaftlichen Not, an der sich auch nach der Leibeigenschaft nichts änderte. Aus dieser Not heraus wanderten Darscheider Familien 1754 nach Ungarn aus, weil sie sich, den Versprechungen der Landanwerber von Kaiserin Maria Theresia vertrauend, dort eine bessere Zukunft versprachen.

In der Mitte des 19. Jh. erlebte die Eifel wieder eine Zeit bitterer wirtschaftlicher Not. Sie führte ebenfalls zu Auswanderungen, diesmal nach Nordamerika. Um 1852 verließen 67 Personen aus Darscheid ihre Heimat.

Erst in den 90er Jahren verbesserte sich die Situation. Die ab 1830 gepflanzten Preußenfichten brachten spürbare Erträge für die Gemeinde. Die Zusammenlegung der zersplitterten landwirtschaftlichen Flächen erleichterte die bäuerliche Arbeit sehr, Handelsdünger steigerte die Ernteerträge. Der Eisenbahnbau Daun - Darscheid - Mayen, der 1895 abgeschlossen war, brachte Arbeit und damit zusätzlichen Verdienst. Zugleich förderte er die Erschließung für Handel und Verkehr und rückte Darscheid als Bahnstation in eine vorteilhafte Lage. Die damit verbundene, verbesserte wirtschaftliche Situation der Gemeinde ermöglichte den Neubau der Schule im Jahre 1901, die alte im Jahre 1838 erbaute Fachwerkschule hatte ausgedient.

Schule
Der "Backes"
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Im Dorf bahnte sich die erste Bauentwicklung an: Das kleine Unterdorf wuchs über den heide- und holunderreichen “Lunderich” hinauf bis zur Bahnlinie. Dem Bahnanschluss für Güterabfertigung folgte 1919 die Errichtung eines Sägewerkes, und 2 Jahre später, es war 1921, brannte in Darscheid elektrisches Licht.
Schule
Die alte Schule
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Nach Fertigstellung der Wasserleitung im Mai 1927 verfügte jedes Haus über einen eigenen Wasseranschluss. Die verbesserte wirtschaftliche Situation der Gemeinde ermöglichte es, dass von 1923 - 1924 drei neue Backhäuser errichtet wurden, in denen jeder Dorfbewohner nach festgelegter Reihenfolge Brot backen konnte. Das war für alle, besonders aber für diejenigen, die im eigenen Haus keinen Backofen besaßen, eine wichtige soziale Einrichtung. Sie bewährte sich 25 Jahre hindurch und fand erst 1949 durch den Bau einer Bäckerei ein Ende. Seit 1978 findet alljährlich rund um den letzten noch erhaltenen “Backes” das traditionelle Backfest statt, an dem wie zu Großmutters Zeiten Brot und Kuchen gebacken werden.

Die 1924 erbaute Jugendherberge bot vielen Natur- und Wanderfreunden eine Bleibe. Viele dieser “Wandervögel” kehrten immer wieder zurück in die Herberge und später als Gäste in Gasthäuser und Privatpensionen. Der Fremdenverkehr hatte Darscheid entdeckt.

Nikolaus Göden wurde Ortsbürgermeister, ein Mann, der es verstand, auch in schwierigster Zeit das Dorf zum Wohl der Dorfbewohner zu leiten und jedem behilflich zu sein.
Eine Volkszählung am 16.06.1933 ergab für Darscheid eine Einwohnerzahl von 409 Personen, mit 75 Haushaltungen, 59 landwirtschaftlichen und 4 gewerblichen Betrieben. Das Dorf zählte 83 Häuser. 1936-37 wurde der Sur entwässert, aus einer Moorlandschaft entstand fruchtbares Land. Eine Weidegenossenschaft wurde gegründet.

Das III. Reich machte auch vor Darscheid nicht Halt. Mit Kriegsbeginn 1939 wurden auch in Darscheid die Männer zur Wehrmacht eingezogen. Die tägliche Arbeit verrichteten fortan die Frauen und älteren Männer. Mitten im Krieg wurden kriegsgefangene Männer und Frauen aus Rußland, Frankreich und Polen zur Unterstützung der Landarbeit eingesetzt. Im Dorf waren die meisten in den Familien integriert, in der Hoffnung, dass die Männer und Söhne im Krieg ebenfalls von der Bevölkerung der besetzten Gebiete gut versorgt wurden.

Nach der Währungsreform machte sich der Aufschwung der 50er Jahre auch in Darscheid bemerkbar. Die Landwirtschaft wurde immer mehr zu einem Nebenerwerb, Arbeit wurde sich auch in den Städten gesucht, die Landflucht begann. Bis ca. 1997 wurde auch der letzte landwirtschaftliche Nebenerwerbbetrieb aufgegeben. Heute wird die landwirtschaftliche Nutzfläche von einem Großbetrieb bewirtschaftet.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Mayen - Darscheid - Daun wurde am 13.01.1991 eingestellt. Heute wird die ehemalige Jugendherberge, die 1976 nach 50jährigem Bestehen ihre Tore schloss, ebenso wie das Bahnhofsgebäude von der "Weggemeinschaft Vulkaneifel", einem Heim für seelenpflegebedürftige Erwachsene, genutzt. Seit Frühjahr 2001 befördern in den Sommermonaten wieder Nahverkehrszüge Fahrgäste im Stundentakt von Gerolstein nach Kaisersesch.

Im Jahre 1975 wurde die Schule in Darscheid geschlossen, als die Zusammenführung der Grundschule nach Mehren und der Hauptschule nach Daun erfolgte. In den Räumen des ehemaligen Schulgebäudes befinden sich heute Einrichtungen des Kindergartens, eine Zweigstelle der Kreissparkasse Daun sowie eine Gemeinde- und Pfarrbücherei mit Lesezimmer.

Die Fertigstellung des 1. Teilstückes für die Autobahnanbindung an die A 1 im Juli 1995 ist für das im Jahre 1999 erschlossene Gewerbegebiet eine wichtige Verkehrsanbindung.

Quellenangaben:
Hans Mülhaus - Darscheid, ein Heimatbuch