Das Maria-Johannes-Kreuz,
Gedenkkreuz der in den letzten Kriegstagen ums Leben gekommenen Maria Johannes
Das Maria-Johannes-Kreuz auf Schelperich trägt den Namen einer 22jährigen Darscheider Frau, die durch Kriegseinwirkungen
hier ihr Leben verlor.
Es geschah am
06. März 1945. Am frühen Morgen eilte die Nachricht durch das Dorf: “Die Amerikaner kommen!” Ein
deutscher Offizier, der den Hof der Familie Johannes inspizierte, weil dieser direkt an der Hauptstrasse lag, gab auf
Nachfrage die Auskunft, Darscheid leiste Widerstand. Auf dem Anwesen beziehe man Stellung und nähme die einmarschierenden
Maria Johannes
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Amerikaner unter Beschuss. Heller Aufruhr herrschte nun im Hause Johannes. Das Notdürftigste wurde zusammengepackt, auf
einen Wagen verladen und mit einem Teil des Viehs nach Eschseifen gebracht, wo sie im Schutz des Waldes einen Unterstand
gebaut hatten. Dieser war so klein, dass dort nur die Mutter, der Onkel, der mit im Hause lebte, und der 17jährige Sohn
Platz fanden. Der gehbehinderte Vater und die beiden couragierten Töchter blieben im Dorf und versorgten Haus und Hof.
Maria verrichtete wie gewohnt ihre alltägliche Arbeit, auch das Brot musste noch gebacken werden. Sie ließ sich von dem
Aufruhr im Dorf nicht aus der Ruhe bringen. Geschosssalven der Amerikaner kündeten ihren Einmarsch in Darscheid an, und
sie besetzten ohne Widerstand den Ort. Innerhalb kürzester Zeit fuhren die Panzerkolonnen in Richtung Ulmen weiter, und
die zurückgebliebene Nachhut regelte nun die Geschehnisse im Dorf.
Im Hause Johannes hoffte man nun darauf, dass die
Angehörigen aus dem Versteck im Wald nach Hause zurückkehren würden. Aus dem Waldstück in Richtung Ulmen konnten
plötzlich die Detonationen explodierender Munition im Dorf gehört werden. Wie sich später herausstellte, hatte die
deutsche Wehrmacht beim Verlassen der etwa 500 m unterhalb des Unterstandes der Familie Johannes vorübergehend
eingerichteten Werkstatt die Munition ins Feuer geworfen.
Die Sorge um das Schicksal der restlichen Familie veranlasste Maria dazu, sich auf den Weg zu machen, um die Ihren zur
Todesanzeige von Maria Johannes
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Rückkehr in das Dorf zu bewegen. Sie vertraute auf den Schutz des diesigen Wetters und hoffte, dass sie auf ihrem Weg von
den auf der parallel verlaufenden Bundesstraße vorrückenden Amerikanern nicht gesehen würde. Die Anhöhe hatte sie schon
erreicht, als sie ihr Schicksal ereilte. Die durch die Explosionen übersensibel gewordenen Amerikaner schossen aus einem
Panzer, der auf der Straße unterhalb Thommen fuhr, auf eine Person in Hosen, die auf den Wald zulief, aus dem vorher der
Schall der Munitionsdetonationen herkam. Schwer an der Hüfte getroffen, brach sie am Wegrand zusammen und schrie um Hilfe.
Mittlerweile hatten auch ihre Angehörigen den Heimweg angetreten. Von weitem hörten sie schon ihre Rufe. Man eilte ins
Das Maria-Johannes-Kreuz
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Dorf, holte Hilfe und begab sich mit einer Trage und einer weißen Fahne versehen wieder zu der Verletzten.
Die amerikanischen Streitkräfte, die auf der Bundesstraße die Rettungsaktion beobachtet hatten, deuteten mit
unmissverständlichen Gesten den Rettern an, die Verletzte zu ihnen zu bringen. Als sie erkannten, welchem Missverständnis
Maria zum Opfer gefallen war, ordneten sie an, dass Maria von einigen der mitgeführten deutschen Kriegsgefangenen ins
Dorf zurückgetragen wurde.
Ein amerikanischer Arzt hatte im Hof Johannes Standort bezogen. Er versorgte die Verletzte so gut es ihm mit seinen
bescheidenen Mitteln möglich war, gab ihr eine schmerzstillende Spritze und setzte sich dafür ein, dass sie mit dem
Fuhrwerk nach Daun ins Krankenhaus gefahren werden durfte. Dort angekommen nahm das Schicksal weiter seinen Lauf. Im
ganzen Krankenhaus war kein Arzt vorhanden. Dieser durfte Boverath aus besatzungsrechtlichen Gründen nicht verlassen. Am
späten Abend des
07.03.1945 erlag Maria Johannes ihren schweren Verletzungen.
Ein junges Leben war zu Ende, Wünsche, Träume und Hoffnungen zerstört.
Quellenangaben:
Karin Müller und Ilse Schleuning