




Liebe Freunde der Vogelschutzgruppe Darscheid e.V.
Wir möchten auch auf diesem Wege den ganz vielen Besuchern und Helfern, die den
Tag der Artenvielfalt am Sonntag, den 6 Juni 2010
durch die vielfältigsten Beiträge, als Vor- und Nachbereiter, Naturexperten und Umweltpädagogen, Wanderer,
Werbeträger und Berichterstatter, Kuchenspender und Kuchenvertilger, Fotografen, Fernglasgucker, Würstchen-
und Getränkeverkäufer, geistige und geistliche Beistände, Materialsponsoren, Kritiker und Befürworter...
unterstützt haben
ein herzliches Dankeschön sagen !
Die Schirmherrin der Veranstaltung, 1. Kreisbeigeordnete und MdL Astrid Schmitt, begrüßte bei herrlichem
Sonntagsnachmittagswetter rund 200 Naturfreunde aller Altersgruppen. Im Angebot waren verschiedene Exkursionen
in die Naturreservate rund um das NaturErlebnisZentrum in Darscheid . Ziel: Pro Stunde 300 verschiedene Tier-
und Pflanzenarten entdecken und notieren, etwas über den Wert der Artenvielfalt erfahren und die hohe Bedeutung
des Naturschutzes in sich aufnehmen; das Ganze garniert mit Hochseilklettern und einem reichhaltigen
Kuchenbuffet. Biotopbetreuer Gerd Ostermann und seine Frau Susanne führten ihre Gruppen zur Botanik der in
Darscheid wiedererweckten Borstgrasrasen. Wenn auch der Star dieser Magerwiese, die weißblühende Waldhyazinthe,
sich in diesem nicht sonnenverwöhnten Jahr erst durch ihre Blätter zeigte, konnten doch einige besondere
Schätze entdeckt werden, unter ihnen ein Mondfalter. „Noch nie gehört“ der Kommentar eines älteren Herrn in
altmodischem englischen Safarilook. Ein anderer Opa war sehr sportlich drauf und wollte unbedingt einen
Schwarzstorch sehen, was ihm aber von Gärtnermeister Lutz Lamprecht der für die Streuobstwiesen zuständig war,
wegen der geringen Erfolgsaussicht ausgeredet wurde. Imkermeister Thomas Körsten der im NEZ Garten mehrere
Bienenvölker betreut, machte den Besuchen in besonders eindrücklicher Weise deutlich, dass ungefähr 90 Prozent
der Lebensmittelerzeugung dieser Welt von der Bestäubung durch Insekten abhängig ist. Die möglichen Folgen des
weltweiten und menschenerzeugten Bienensterbens durchrüttelte die Zuhörer. Keine Bienen – keine Lebensmittel –
wer macht sich schon darüber Gedanken ? – und überhaupt: „Wer macht sich Gedanken über die kleinen Tiere und
seltenen Pflanzen in unserer Heimat, wer gibt ihnen eine Stimme“ – das war das Motto des pädagogischen Leiters
des NEZ, Lothar Boos. Er lud zu Rundfahrten mit dem NEZ Traktor ein und zeigte die besondere
Naturschutzstrategie der Darscheider Vogelschutzgruppe: den sich seit über 20 Jahren entwickelnden kommunalen
Biotopverbund, den ersten seiner Art in Rheinland Pfalz. NEZ Förster Engelbert Schmidt, ein besonderer
Pionierförster des naturnahen Waldbaus, der im Volksmund auch scherzhaft wegen seiner oftmals
jägerunfreundlichen aber sehr effizienten Waldumbaustrategie „Zaunkönig“ genannt wird brach zu einer
umfangreich angelegte Waldexkursion mit Unterstützung seines Chefs Karl-Ludwig Pentzlin auf, als nach
kurzer Zeit ein heftiger Gewitterschauer alle Akteure und Gäste im Laufschritt ins NEZ Café trieb, was
die dortigen Kaffee- und Kuchenverkäufer und den Kassenwart der Vogelschutzgruppe, Michael Hoffmann, ganz
besonders erfreute. Diese Zeit war auch die Stunde des Darscheider Revierförsters Harald Fell, der in der
Waldschule die meisten Tiere unserer Flur als Präperate präsentieren konnte und deren erhaltenswerte
Lebensräume, ein Plädoyer insbesondere für eine durch Feldhecken reich strukturierte Kulturlandschaft.
Jugendliche – erkennbar an dem von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz geschenkten T- Shirt mit
dem „grünen Punkt“, füllten fleißig den im NEZ Garten geernteten Honig in Gläser ab, beklebten diese mit
selbst gebastelten aber vorschriftsmäßigen Etiketten und boten ihn zum Verkauf an – Erlös für die Jugendarbeit!
Pünktlich nach einer Stunde „Kaffeezeit“ schien wieder die Sonne. Forstwirtschaftsmeister Alexander Otten
trommelte alle Kinder zusammen und zog mit ihnen in die Wasserwildnis im Alfbachtal die durch den Regen ganz
besonders nass war. Mit verbundenen Augen in einer „Kinderraupe“ barfuss auf der Wiese, durch einen Tümpel in
den Matsch – ein super Feeling ! „Was ist ein Edekaladen für die Vögel“ ? Das hatten die kleinen dann bald
raus und hatten damit gleichzeitig den „Naturkreislauf“ verstanden – das Allerwichtigste was ein Naturschützer
wissen muss !
Wegen des Regenintermezzos konnten die jugendlichen Verantwortlichen des Veranstaltungsbüros, Lisa Pantenburg
und André Ribberink natürlich nur rund 300 entdeckte Arten präsentieren, aber immerhin voll im geplanten Trend!
Aber ein anderes Erfolgserlebnis hatten sie, weil sie zahlreiche Anmeldungen für die geplante Sommerferienwoche
in der Natur entgegennehmen konnten.
Zum Abschluss feierten die noch verbliebenen etwa 50 Gäste mit Pfarrerin Sabine Meckelburg und Kaplan Jochen
Kohr eine von Simone Fischer mit der Gitarre spontan begleitete ökumenische Andacht. Dem NEZ ist sehr an einer
ganzheitlichen Betrachtungsweise der Natur gelegen, so dass der spirituelle Aspekt des „Tages der Artenvielfalt“
auch eine entsprechende Würdigung erfahren musste. So trugen alle Gruppen die Erkenntnisse aus ihren Exkursionen
in einem Kernsatz zusammen, aus dem dann jeweils eine Fürbitte formuliert und die von den Kindern Kathi Groß,
Miriam und Alicia Breit vorgetragen wurden.
Bis bald und viele Grüße aus dem NEZ
Lothar Boos - pädagogische Leitung